Bericht zum Adventskonzert der First Ladies
Ein Abend voller fränkischer Herzlichkeit
Schon beim Betreten der St.-Paul-Kirche am zweiten Advent lag ein besonderer Zauber in der Luft: Die Chorgemeinschaft Schwaig hatte eingeladen – und viele waren gekommen, um gemeinsam mit den First Ladies in die adventliche Stimmung einzutauchen. Von Beginn an durchzog der fränkische Dialekt den gesamten Abend wie ein vertrauter roter Faden, gesprochen, gesungen und mit spürbarer Heimatverbundenheit vorgetragen.
Die musikalische Leiterin des Chors Susanne Wittekind, die an diesem Abend gleich mehrere Rollen übernahm, hatte ein Programm vorbereitet, das die Vielfalt fränkischer Advents- und Volksmusik eindrucksvoll zeigte. Ob der fröhlich-derbe Zuruf im „Läiber Brouder, gäih a mit mir“, das geheimnisvolle Schimmern von „Do drauß’n in der Nocht“ oder die feine Wärme von „Es mog ned finsta wer’n“ – jedes Lied erzählte seine eigene Geschichte. Unter der Klavierbegleitung von Susanne Wittekind entfaltete der Chor eine Klangwelt, die den Kirchenraum in eine beruhigende, beinahe märchenhafte Atmosphäre verwandelte. Erstmals hatte sich der Chor an ein solches traditionelles Repertoire aus Dreigesängen und Volksweisen herangewagt und die Ausdrucksstärke und Schönheit dieser Musik gefühlvoll eingefangen.
Zwischen den musikalischen Beiträgen wurde das Publikum von der Chorleiterin selbst mit humorvollen und nachdenklichen fränkischen Texten durch den Abend geführt. Was wohl Erwachsene auf ihren Wunschzettel schreiben mögen, oder wie die Weihnachtsgeschichte klingen würde, wenn Lukas aus Nürnberg gekommen wäre – Susanne Wittekind hatte auf diese Fragen eine Antwort parat.
Viele Zuhörer wurden sichtlich bewegt, als Ulrike Wässerle mit ihrem klaren und warmen Solosopran Lieder wie „Josef, lieber Josef mein“ und „Maria sitzt am Rosenhag“ erklingen ließ. Hier wurde der Zauber des Abends für manchen besonders greifbar – leise Tränen und stille Rührung blieben nicht aus.
Ein besonderes Flair brachte Marco Dick ein, der mit Akkordeon und Steirischer Harmonika mehrere Facetten der alpenländischen Musik darbot. Mal wehmütig und zart in „A stade Weis“, mal mitreißend und temperamentvoll im „Vierteljahrhundert Dreiviertler“ – immer aber mit einer spürbaren Freude am Musizieren, die sich unmittelbar auf das Publikum übertrug.
Gleich zu Beginn und auch am Ende des Konzerts sang die Gemeinde gemeinsam mit dem Chor und ließ dadurch die Kirche in einen großen, getragenen Gesamtklang eintauchen. Nach langen Standing Ovations verabschiedeten sich die First Ladies schließlich mit einer zweiten Zugabe – einem fränkischen „Geht jetzt ham, ihr lieb’n Leud“, liebevoll angelehnt an „Love me tender“ – und sendeten alle beschwingt in den Adventsabend hinaus.

